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Für hausärztlich-internistische Teampraxen

PA in der ambulanten Teampraxis

Strukturierte Entlastung für hausärztlich-internistische Versorgung

Die ambulante Versorgung steht vor wachsenden Herausforderungen: steigende Patientenzahlen, zunehmende Multimorbidität, Fachkräftemangel, hoher Dokumentationsaufwand, Pflegeheimversorgung, Hausbesuche, Chronikerbetreuung, und gleichzeitig begrenzte ärztliche Zeit.

Auf einen Blick

  • Bis zu 15 % Honorarentlastung pro LANR (KVWL-Einzelfallprüfung)
  • Strukturierte Integration in drei klar definierten Phasen
  • Refinanzierung über Fallzahl, Fallwert und Leistungsausweitung
  • Grundlage: zweijähriges KVWL-Modellprojekt in westfälisch-lippischen Praxen

bis 15 %

Honorarentlastung pro LANR

2 Jahre

KVWL-Modellprojekt als Grundlage

Grundlagen

Was ist ein Physician Assistant in der ambulanten Versorgung?

Physician Assistants sind akademisch qualifizierte medizinische Fachkräfte, die ärztliche Teams unmittelbar patientennah unterstützen. Grundlage ist ein Studium, das je nach Anbieter in der Regel sechs bis acht Semester umfasst und mindestens mit dem Bachelor endet. In Deutschland erfolgt das PA-Studium häufig berufsbegleitend mit Präsenzphasen, Online-Anteilen und praktischen Einsätzen.

Die ärztliche Gesamtverantwortung, Diagnosestellung und Therapieentscheidung verbleiben beim ärztlichen Team. Der Beitrag des PA liegt in der qualifikationsgerechten Übernahme delegierbarer Tätigkeiten unter Supervision, mit klaren Rücksprachewegen und dokumentierten Standards.

Ablauf in der Praxis

So läuft die Arbeit mit einem PA konkret ab

Damit der PA-Einsatz nicht im Alltag verpufft, braucht es einen klaren Workflow von der Patientenanfrage bis zur Dokumentation. Der folgende Ablauf zeigt, wie Triage, Vorarbeit, ärztliche Rücksprache, delegierte Umsetzung und Dokumentation ineinandergreifen — ärztliche Verantwortung und Entscheidung bleiben dabei jederzeit beim ärztlichen Team.

Auf einen Blick

  1. 1Anfrage & Triage
  2. 2Vorarbeit & Anamnese
  3. 3Ärztliche Rücksprache
  4. 4Umsetzung & Delegation
  5. 5Dokumentation & Schnittstelle
  1. 01

    Anfrage & Triage

    Das MFA-Team triagiert Anfragen nach abgestimmter SOP. PA-geeignete Anliegen wandern in den PA-Kalender, alles andere bleibt im ärztlichen Slot.

    • Verlaufskontrollen (Hypertonie, Diabetes, COPD, Herzinsuffizienz)
    • DMP-Vorbereitung und Recall
    • Wundverlauf, Heim- und Hausbesuchsrückfragen
    • Akutanlässe innerhalb definierter SOPs
  2. 02

    Vorarbeit & Anamnese

    Der PA bereitet den Kontakt strukturiert vor, damit Patient:innen vorbereitet ins Arztgespräch kommen.

    • Vorbefunde, Medikationsplan, Verlaufsparameter sichten
    • Anamnese und orientierende Untersuchung nach Standard
    • Vitalparameter, Wundstatus, Schmerzassessment
    • Red-Flag-Screening und Eskalationscheck
  3. 03

    Ärztliche Rücksprache

    Zu festen Rücksprachezeiten erfolgt eine strukturierte Übergabe an die Ärztin oder den Arzt (SBAR-ähnlich). Diagnose, Therapieentscheidung und Gesamtverantwortung verbleiben ärztlich. Bei Red Flags wird sofort eskaliert, nicht erst im nächsten Slot.

    • Strukturierte Fallübergabe (Situation, Hintergrund, Befund, Vorschlag)
    • Definierte Slots für Routine, sofortige Eskalation bei Auffälligkeiten
    • Ärztliche Entscheidung dokumentiert und rückverfolgbar
  4. 04

    Umsetzung & Delegation

    Der PA setzt delegierte Maßnahmen nach SOP um, koordiniert Folgetermine, bereitet Rezepte, Anträge und Bescheinigungen vor und übernimmt definierte Tätigkeiten in Haus- und Heimbesuchen.

    • Patientenedukation und Selbstmanagement-Coaching
    • Folge- und Verlaufstermine planen
    • Rezepte, Anträge, Heil- und Hilfsmittel vorbereiten
    • Haus- und Heimbesuche koordinieren oder durchführen
  5. 05

    Dokumentation & Schnittstelle

    Abschluss im Praxisverwaltungssystem: Verlaufseintrag, Leistungsdokumentation, Briefe und Berichte vorbereiten, Kommunikation mit Pflegeheim, Pflegedienst, SAPV und Angehörigen bündeln. Auffälligkeiten gehen erneut in die ärztliche Rücksprache.

    • Nachvollziehbare Verlaufs- und Leistungsdokumentation
    • Arztbrief- und Berichtsvorbereitung
    • Schnittstellenkommunikation an Pflege, SAPV, Heim, Angehörige
    • Closed-loop bei Verschlechterung: zurück in die ärztliche Entscheidung

Closed Loop: Jede Auffälligkeit im Verlauf führt zurück in die ärztliche Rücksprache. Der PA arbeitet entlang dieses Kreislaufs, nicht parallel oder freihändig.

Beispiel-Szenario

Frau M., 78 Jahre, bekannte Herzinsuffizienz NYHA II: zunehmende Luftnot

Frau M. ruft in der Praxis an. Sie berichtet seit zwei Tagen über zunehmende Luftnot beim Treppensteigen und eine Gewichtszunahme von 2 kg. Eine akute Atemnot in Ruhe, Brustschmerz, Synkope oder Bewusstseinsveränderung werden verneint.

Schritt 1 · Triage

MFA erkennt Chronikerin mit Verlaufsveränderung, kein Notfall — Same-Day-PA-Slot.

  • • Bekannte Herzinsuffizienz, neue Luftnot bei Belastung, Gewichtszunahme +2 kg.
  • • Keine Ruhedyspnoe, kein Thoraxschmerz, keine Synkope → keine 112-Indikation.
  • • Einordnung nach Praxis-SOP: dringlich, aber planbar → Same-Day-PA-Slot.

Mehrwert für die Praxis: Die ärztliche Entscheidung wird durch strukturierte Vorarbeit vorbereitet. Kritische Verläufe werden früh erkannt, Rückfragen gebündelt, Dokumentation gesichert und die Patientin erhält eine klare Verlaufsperspektive.

Rollen, Verantwortlichkeiten und Grenzen

Wer macht was — und vor allem: wo endet die jeweilige Verantwortung? Eine klare Rollenmatrix ist Voraussetzung für sichere Delegation und ein funktionierendes Team.

Physician Assistant (PA)

Verantwortet

  • Vorbereitende Anamnese, Verlaufsparameter, orientierende Untersuchung nach Standard
  • Strukturierte Übergabe an die Ärztin oder den Arzt (SBAR-ähnlich)
  • Umsetzung delegierter Maßnahmen nach SOP
  • Patientenedukation, Folgetermine, Berichts- und Antragsvorbereitung
  • Verlaufs- und Leistungsdokumentation im PVS

Grenzen

  • Keine Diagnosestellung außerhalb ärztlicher Verantwortung
  • Keine eigenständige Therapieentscheidung
  • Keine Tätigkeiten ohne SOP oder ohne ärztliche Rücksprache bei Red Flags

Ärztin / Arzt

Verantwortet

  • Gesamtverantwortung für Diagnose und Therapie
  • Delegationsentscheidung und Prüfung der Qualifikation
  • Definition der SOPs, Rücksprachewege und Eskalationskriterien
  • Supervision und Freigabe der PA-Ergebnisse

Grenzen

  • Delegiert nur Tätigkeiten, die rechtlich und fachlich delegierbar sind
  • Trägt die Übernahmeverantwortung bei eigener Ausführung

MFA / Praxis-Team

Verantwortet

  • Erstkontakt, Triage nach SOP, Terminsteuerung
  • Zuweisung PA-geeigneter Anliegen in den PA-Kalender
  • Administrative Vor- und Nachbereitung, Materialbereitstellung
  • Schnittstelle zu Pflegeheim, Pflegedienst, Angehörigen

Grenzen

  • Keine medizinische Bewertung über die Triage-SOP hinaus
  • Bei Unsicherheit immer Rücksprache mit PA oder ärztlichem Team
Checkliste: Dokumentation & Übergabe nach PA-Vorarbeit

Vor jeder ärztlichen Rücksprache stellt der PA sicher, dass diese Punkte erfasst und im PVS dokumentiert sind. Ziel: Die Ärztin oder der Arzt kann in unter 2 Minuten eine Entscheidung treffen.

  • Anamnese und aktueller Verlauf strukturiert erfasst
  • Aktueller Medikationsplan und Änderungen abgeglichen
  • Vitalparameter und orientierender Befund dokumentiert
  • Red-Flags-Check durchgeführt und markiert
  • Pflegerische und soziale Situation kurz beschrieben
  • Vorbefunde, Labor, Briefe gesichtet und Auffälligkeiten gekennzeichnet
  • Konkreter Vorschlag oder Frage an die Ärztin / den Arzt formuliert
  • Eskalationsbedarf (sofort vs. nächster Slot) eindeutig markiert
  • Patientenedukation und Selbstmanagement-Punkte vermerkt
  • Folgetermin oder Re-Check-Datum vorgeschlagen

Warum eine Teampraxis mit PA sinnvoll sein kann

Vier Ebenen konkreten Nutzens

01

Entlastung des Ärzteteams

Ein wesentlicher Nutzen eines PA liegt in der Entlastung knapper ärztlicher Zeit. Der KVWL-Leitfaden nennt unter anderem Befundauswertung, einfache medizinische Routinefälle, Wundversorgung, vorbereitende Anamnese, Haus- und Heimbesuche sowie die Vorbereitung diagnostischer Maßnahmen.

  • Patientinnen und Patienten kommen vorbereitet ins Arztgespräch
  • Befunde und Vorberichte sind vorstrukturiert
  • Verlaufsparameter liegen nachvollziehbar dokumentiert vor
  • Rückfragen aus Pflegeheimen, Pflegediensten oder von Angehörigen werden gebündelt
  • Ärztliche Entscheidungen können schneller und besser vorbereitet getroffen werden
  • Ärztinnen und Ärzte gewinnen Zeit für komplexe Fälle und Therapieentscheidungen

02

Bessere Patientenversorgung

Wenn Ärztinnen und Ärzte durch PA-Unterstützung mehr Zeit für komplexe Behandlungsfälle haben, kann sich dies positiv auf die Versorgungsqualität auswirken. Leistungen können wieder stärker in Richtung Prävention, strukturierte Verlaufskontrolle und langfristige Betreuung verschoben werden.

  • frühere Termine und bessere Erreichbarkeit
  • mehr strukturierte Verlaufskontrollen
  • bessere Vorbereitung ärztlicher Kontakte
  • engmaschigere Begleitung chronischer Erkrankungen
  • verständlichere Patientenedukation
  • mehr Kontinuität bei geriatrischen, palliativen oder multimorbiden Verläufen

03

Mehr Terminoptionen und bessere Praxissteuerung

Eine Praxis kann durch PA-Strukturen zusätzliche Terminoptionen schaffen: Check-ups, Recall-Systeme, Akutsprechstunden, DMP-Strukturen, postoperative Kontrollen, spezielle Verlaufssprechstunden und Präventionsleistungen.

  • Blutdruck-, Diabetes-, COPD-/Asthma- und Herzinsuffizienz-Verlaufskontrollen
  • Medikationsabgleich nach Krankenhausentlassung
  • Pflegeheim-Rücksprache und Wundverlauf
  • palliative Symptomkontrolle
  • DMP-Vorbereitung und Akutkontakt nach SOP
  • Hausbesuchsvorbereitung

04

Entlastung des gesamten Praxisteams

Die Integration eines PA kann nicht nur Ärztinnen und Ärzte entlasten, sondern auch MFA und andere Teammitglieder. Praxen im Modellprojekt berichteten von einem weiteren Ansprechpartner, einfacherer Terminvergabe, kürzeren Wartezeiten und verbesserter Teamzufriedenheit.

  • klare Aufgabenverteilung
  • weniger ungefilterte Rückfragen an Ärztinnen und Ärzte
  • bessere Vorbereitung von Terminen
  • weniger Reibung zwischen Anmeldung, Sprechzimmer und ärztlichem Team
  • mehr Struktur bei Pflegeheim- und Angehörigenkontakten
  • bessere planbare Rücksprachezeiten

Ein PA darf nicht dauerhaft als „teure MFA mit akademischem Anhängsel“ eingesetzt werden. Rollenklarheit ist Voraussetzung für eine gelingende Integration.

Mögliche Einsatzbereiche

Schwerpunkte in der hausärztlich-internistischen Praxis

01

Chroniker- und Verlaufskontrollen

Bringe ich bereits mit

In der hausärztlich-internistischen Versorgung können strukturierte Verlaufskontrollen ärztliche Entscheidungen vorbereiten und die Versorgung chronisch kranker Patientinnen und Patienten verbessern.

Mögliche Tätigkeiten

  • strukturierte Verlaufsanamnese
  • Blutdruckmessung und Verlaufsauswertung
  • Blutzucker- und HbA1c-Verlauf vorbereiten
  • Gewicht, Ödeme und Belastbarkeit bei Herzinsuffizienz erfassen
  • Atemsymptome und Inhalationstechnik bei COPD oder Asthma überprüfen
  • Medikationsabgleich und Einnahmeprobleme dokumentieren
  • DMP-relevante Dokumentation vorbereiten
  • Patientenedukation zu Warnzeichen und Selbstmanagement
  • ärztliche Rücksprache bei Auffälligkeiten

02

Hausbesuche und Pflegeheimversorgung

Bringe ich bereits mit

Hausbesuche und Pflegeheimkontakte binden viel ärztliche Zeit, liefern aber wichtige Informationen über Allgemeinzustand, Versorgungssituation, Adhärenz, Mobilität, Angehörigenbelastung und Risiken im Alltag.

Mögliche Tätigkeiten

  • Vorbereitung ärztlicher Hausbesuche
  • strukturierte Erfassung von Allgemeinzustand und Verlauf
  • Vitalparameter und Schmerzassessment
  • Wundverlauf dokumentieren
  • Medikationsplan mit vorhandenen Medikamenten abgleichen
  • Veränderungen nach Krankenhausentlassung erfassen
  • Kommunikation mit Pflegepersonal und Angehörigen
  • Rückmeldung an das ärztliche Team
  • Eskalation bei klinischer Verschlechterung

03

Palliativversorgung und Schmerzmanagement

Bringe ich bereits mit

Palliative Patientinnen und Patienten benötigen Kontinuität, Symptomkontrolle, Angehörigenkommunikation und klare Krisenplanung. In vielen Praxen fehlt dafür im Alltag schlicht die Zeit.

Mögliche Tätigkeiten

  • Schmerz- und Symptomassessment
  • Verlaufserfassung bei Dyspnoe, Unruhe, Übelkeit, Angst oder Delirhinweisen
  • Dokumentation palliativer Symptomverläufe
  • Vorbereitung ärztlicher Therapiezielgespräche
  • Angehörigenkommunikation
  • Abstimmung mit SAPV, Hospizdiensten und Pflegeeinrichtungen
  • Unterstützung bei Krisenplänen
  • frühzeitiges Erkennen belastender Versorgungssituationen

04

Akutsprechstunde nach SOP

Akutsprechstunden nach SOP sind ein im Leitfaden beschriebenes Einsatzfeld. SOPs strukturieren wiederkehrende Behandlungsanlässe, definieren Rücksprachekriterien und reduzieren haftungsrelevante Risiken.

Mögliche Tätigkeiten

  • strukturierte Ersteinschätzung bei definierten Akutanlässen
  • Erhebung von Vitalparametern
  • Erkennen von Red Flags
  • Dokumentation von Leitsymptomen
  • Vorbereitung ärztlicher Untersuchung
  • definierte Rücksprache bei Warnzeichen
  • Verlaufskontrollen nach ärztlicher Entscheidung

Die Praxis legt fest, welche Behandlungsanlässe geeignet sind. Die ärztliche Leitung definiert SOPs, Rücksprachewege und Grenzen.

05

Befund-, Dokumentations- und Schnittstellenmanagement

Bringe ich bereits mit

Ein erheblicher Teil ärztlicher Belastung entsteht durch Befunde, Briefe, Anträge, Formulare, Pflegeheimrückfragen und Medikationsänderungen. Diese Bereiche sind ausdrücklich als mögliche PA-Tätigkeiten beschrieben.

Mögliche Tätigkeiten

  • Vorbefunde strukturieren
  • Arztbriefe zusammenfassen
  • Medikationsänderungen nach Entlassung erfassen
  • Laborverläufe vorbereiten
  • relevante Auffälligkeiten markieren
  • Anträge und Bescheinigungen vorbereiten
  • Kommunikation mit Pflegeeinrichtungen bündeln
  • Dokumentation nachvollziehbar vorbereiten

Integration

Schrittweise Integration in die Praxis

Eine PA-Rolle sollte nicht zufällig entstehen. Empfohlen wird eine strukturierte Einarbeitung in mehreren Stufen: Kennenlernen der Praxisstrukturen, Mitlaufen in Sprechstunden und bei Heimbesuchen, supervidierte Patientenversorgung, schrittweiser Aufbau von SOPs, eigenem Terminkalender und kontinuierlicher Teamkommunikation.

  1. 1

    Phase 1: Orientierung und Praxisverständnis

    • Praxisverwaltungssystem kennenlernen
    • Dokumentationslogik verstehen
    • MFA-Abläufe nachvollziehen
    • Akut-, Infekt- und Chronikersprechstunden begleiten
    • Haus- und Heimbesuche hospitieren
    • Vorbefundsichtung und Chroniker-/DMP-Vorbereitung
  2. 2

    Phase 2: Supervidierte Patientenversorgung

    • vorbereitende Anamnese
    • orientierende Untersuchung nach Standard
    • Vitalparameter und Verlaufskontrollen
    • Medikationsabgleich
    • DMP-Vorbereitung
    • Wundverlauf und Pflegeheimrückmeldung
    • strukturierte Übergabe an Ärztin oder Arzt
  3. 3

    Phase 3: Delegierbare Tätigkeiten nach SOP

    • definierte Aufgabenprofile und SOPs im QM
    • eigener PA-Terminkalender
    • Chroniker- und Verlaufssprechstunden
    • Haus- und Heimbesuchskoordination
    • Akutsprechstunde nach SOP
    • Berichtsvorbereitung
    • regelmäßige Fall- und Strukturreflexion

Delegation

Delegation, Verantwortung und Patientensicherheit

Ein PA-Einsatz muss rechtlich und organisatorisch sauber strukturiert sein. Der KVWL-Leitfaden unterscheidet zwischen Delegationsverantwortung und Übernahmeverantwortung. Die delegierende Ärztin oder der delegierende Arzt prüft, ob die Tätigkeit delegierbar ist, ob die ausführende Person qualifiziert ist und welches Risiko mit der Maßnahme verbunden ist. Die übernehmende Person muss einschätzen, ob sie die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, und darf Aufgaben ablehnen, wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

Leitplanken einer sicheren PA-Integration
keine unklare Aufgabenübernahme
keine eigenständige ärztliche Tätigkeit
keine Diagnosestellung außerhalb ärztlicher Verantwortung
keine Therapieentscheidung ohne ärztliche Einbindung
klare Rücksprachekriterien
SOP-gestützte Prozesse
nachvollziehbare Dokumentation
regelmäßige Supervision
transparente Einbindung des Praxisteams

Wirtschaftlichkeit

Finanzierung und Refinanzierung eines PA

Refinanzierung entsteht nicht zufällig, sondern durch strukturierte Planung im QM. Die folgenden Bausteine fassen Empfehlungen des KVWL-Leitfadens zusammen; sie ersetzen keine individuelle Honorar-, Steuer- oder Abrechnungsberatung.

Kernhebel

Bis zu 15 % Honorarentlastung

PA-Leistungen werden über die LANR des beschäftigenden Arztes abgerechnet. Laut KVWL kann im Rahmen einer Einzelfallprüfung eine Entlastung von bis zu 15 % berücksichtigt werden, wenn der PA freiwillig bei der KVWL gemeldet wurde (max. zwei PA pro LANR).

Kernhebel

Fallzahl- und Fallwertsteigerung

Mehr Akut-, Chroniker- und DMP-Termine, mehr Haus- und Heimbesuchskapazität, bei gleichzeitig besserer Strukturierung vorhandener Versorgungsbedarfe: Vorsorge, Check-ups, DMP, strukturierte Verlaufskontrollen.

Weitere Bausteine

Leistungs- und Angebotsausweitung

Recall-Systeme, Check-ups, DMP-Strukturen, Wundsprechstunde, Pflegeheimvisiten, Präventionsangebote, standardisierte Akutsprechstunden, palliative Verlaufskontrollen, Nachsorge nach Krankenhausentlassung.

Teilfinanzierung des PA-Studiums

Bekannte medizinisch qualifizierte Person zum PA weiterentwickeln, mit Teilfinanzierung des Studiums und Bindung an die Praxis. Vorteil: bekannte Person, frühzeitige Investition, schrittweise Aufgabenentwicklung.

Beschäftigung während des Studiums

Angehende PAs können unter Umständen während des Studiums als Werkstudent:in beschäftigt werden. Die Einarbeitungsphase muss betriebswirtschaftlich berücksichtigt werden; die volle Refinanzierung entsteht schrittweise.

Gehalt und betriebswirtschaftliche Beratung

Es gibt derzeit keinen einheitlichen Tarifvertrag für PAs; das Gehalt ist Verhandlungssache. Die KVWL bietet Honorar- und betriebswirtschaftliche Beratung an. Sinnvoll: schriftliches Aufgabenprofil, Weiterbildungsbeteiligung, Bindungsmodell, quartalsweise Evaluation, QM-Abbildung.

Mögliche externe Förderwege

Im Einzelfall kann ein Eingliederungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit infrage kommen (Antrag vor Vertragsabschluss, kein Rechtsanspruch). Bei bestehendem Arbeitsverhältnis kann eine Förderung beruflicher Weiterbildung geprüft werden. Förderfähigkeit muss konkret geprüft werden.

Voraussetzungen

Was eine erfolgreiche Integration braucht

Erfahrungen aus dem Modellprojekt zeigen: PA-Integration kann scheitern, wenn Rollen nicht erklärt, Teams nicht eingebunden, Räume und Termine nicht geplant oder Aufgabenprofile nicht definiert werden. Als Erfolgsfaktoren gelten gute Einarbeitung, klare Kommunikation, feste Rücksprachezeiten, SOPs, Teamaufklärung und eine kontinuierliche Erweiterung der Aufgaben.

Erfolgsfaktoren für die Integration

Klares Aufgabenprofil

Schriftlich definierte Tätigkeiten, Grenzen und Verantwortlichkeiten der PA-Rolle.

Einarbeitungsplan

Strukturierter Onboarding-Fahrplan mit Lernzielen und Meilensteinen.

Einbindung des MFA-Teams

PA ergänzt das bestehende Team, keine Konkurrenz, sondern Entlastung.

Eigene Terminstruktur

Planbare PA-Sprechzeiten, klar getrennt von ärztlichen Sprechstunden.

Raum und PVS-Zugang

Geeigneter Arbeitsplatz mit vollständigem Zugriff auf die Praxissoftware.

Feste Rücksprachezeiten

Verbindliche Slots für ärztliche Supervision und Fallabstimmung.

SOPs im QM

Standardisierte Abläufe als Teil des Qualitätsmanagements der Praxis.

Dokumentationsstandards

Einheitliche, nachvollziehbare Verlaufs- und Leistungsdokumentation.

Regelmäßige Fallbesprechungen

Strukturierte Reflexion zu komplexen Verläufen und Lernfeldern.

Transparente Patienteninformation

Patientinnen und Patienten wissen, wer welche Aufgabe übernimmt.

Realistische Wirtschaftlichkeit

Kalkulierte Refinanzierungsplanung als Teil der QM-Steuerung.

Mein Ansatz

Mein persönlicher Ansatz

Ich verstehe die PA-Rolle als strukturierte Ergänzung im ärztlich verantworteten Team, nicht als Ersatz ärztlicher Tätigkeit. Meine Pflegeerfahrung in Akutversorgung, Kardiologie, Langzeit- und Palliativversorgung sowie Praxisanleitung bringe ich gezielt dort ein, wo sie eine hausärztlich-internistische Teampraxis spürbar entlastet (oben mit „Bringe ich bereits mit" markiert).

Ziel ist eine schrittweise Rollenentwicklung: zunächst im bestehenden Qualifikationsrahmen, mit wachsendem PA-Studium dann in zunehmend delegierbaren Tätigkeitsfeldern unter definierter Supervision.

Quellenhinweis

Fachliche Orientierung

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, „Physician Assistants in der ambulanten Versorgung, Ein Leitfaden zur Integration in die Teampraxis”.

Der Leitfaden beschreibt Erfahrungen aus einem zweijährigen Modellprojekt, mögliche Einsatzfelder von Physician Assistants, Aspekte der Delegation, Praxisorganisation, Refinanzierung und Integration in ambulante Praxisteams. Die Darstellungen auf dieser Seite stellen keine Rechts- oder Abrechnungsberatung dar, sondern ein praxisbezogenes Entwicklungskonzept auf Grundlage öffentlich zugänglicher Empfehlungen und meiner beruflichen Qualifikation.

Nächster Schritt

PA in Ihre Teampraxis integrieren

Wir besprechen Aufgabenzuschnitt, Supervision, Refinanzierung und einen realistischen Einstiegsfahrplan, unverbindlich und vertraulich.

20 typische Arbeitgeberfragen mit Antworten finden Sie in den FAQ für Arbeitgeber →

Stationen · Träger · Partner · Zertifizierungen

curassist Qualitätssiegel, Zertifizierte Freie Pflegefachkraft
Allwardt Akademie für Notfall- & Pflegekompetenz
PNPS, PflegeNotfall-Protokoll System
DBfK, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe
DGPA, Deutsche Gesellschaft für Physician Assistants
Palliativnetz Kreis Coesfeld e. V.
maxQ., Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe
Rodday Wundmanagement
Akademie für Pflege im Münsterland (Billerbeck), Kooperationspartner Ausbildung
Universitätsklinikum Münster
Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen
Christophorus Kliniken
Alloheim Senioren-Residenzen
Pro Seniore
D&D HomeCare
Everybody’s Care
Curamedical
curassist Qualitätssiegel, Zertifizierte Freie Pflegefachkraft
Allwardt Akademie für Notfall- & Pflegekompetenz
PNPS, PflegeNotfall-Protokoll System
DBfK, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe
DGPA, Deutsche Gesellschaft für Physician Assistants
Palliativnetz Kreis Coesfeld e. V.
maxQ., Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe
Rodday Wundmanagement
Akademie für Pflege im Münsterland (Billerbeck), Kooperationspartner Ausbildung
Universitätsklinikum Münster
Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen
Christophorus Kliniken
Alloheim Senioren-Residenzen
Pro Seniore
D&D HomeCare
Everybody’s Care
Curamedical