Standpunkt · Gesundheitspolitik
Hausarztpraxen stärken statt schwächen
Standpunkt zur hausärztlichen Primärversorgung als Fundament eines funktionierenden Gesundheitssystems, mit Blick auf demografischen Wandel, Multimorbidität und Hausärztemangel.
Worum es geht
In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, wie wichtig eine starke hausärztliche Versorgung für unser Gesundheitssystem ist. Hausärztinnen und Hausärzte sind in vielen Regionen die erste und oft auch die kontinuierlichste Anlaufstelle, sie behandeln chronisch Erkrankte, koordinieren Facharztkontakte und tragen die Versorgung multimorbider Patient:innen über Jahre.
Wer die Primärversorgung schwächt, verschiebt die Last in die Notaufnahmen, in die Kliniken und in die Pflege. Das verteuert das System, ohne die Versorgung der Patient:innen zu verbessern.
Was eine starke Primärversorgung leistet
- Kontinuität: dieselbe ärztliche Bezugsperson über Jahre, inklusive Verlaufswissen und Vertrauen.
- Koordination: Steuerung von Facharztkontakten, Diagnostik und Therapie aus einer Hand.
- Früherkennung: niedrigschwelliger Zugang verhindert Eskalation in Notaufnahme und Klinik.
- Versorgung chronisch und multimorbider Patient:innen: das, wofür ein hochfragmentiertes Spezialsystem strukturell nicht gebaut ist.
Die entscheidende Frage
Angesichts demografischen Wandels, steigender Multimorbidität und eines bereits bestehenden Hausärztemangels sollten politische Entscheidungen vor allem eine Frage beantworten: Verbessern sie die Versorgung der Patientinnen und Patienten?
Eine starke hausärztliche Versorgung ist kein Luxus. Sie ist die Grundlage eines funktionierenden Gesundheitssystems und der natürliche Ort, an dem auch Physician Assistants und qualifizierte Pflegefachpersonen ärztliche Teams entlasten und die Versorgungskontinuität sichern können.
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